Mittwoch, 08.07.2026 , 18:00 Uhr
Schlosskino: Anders als die Andern
Kurzbeschreibung
„Anders als die Andern“ (Deutsches Reich 1919). Regie: Richard Oswald, Besetzung: Conrand Veidt, Fritz Schulz, Magnus Hirschfeld u.a., 52 Min.
Beschreibung
Am Mittwoch, 8. Juli 2026, zeigt das Revolutionsmuseum der Bundesarchiv-Erinnerungsstätte Rastatt ab 18 Uhr den Stummfilm „Anders als die Andern“ (1919). Das Schlosskino findet begleitend zur Sonderausstellung „Köpfe der Demokratie. Starke Stimmen für ein Leben in Freiheit“ statt und zeigt historische und moderne Filme, die die in der Sonderausstellung behandelten Zeitabschnitte und ihre Rezeption in der Filmkunst beleuchten.
Im Mittelpunkt des Stummfilm-Fragments hält der Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld ein damals Aufsehen erregendes Plädoyer gegen den Paragraph 175 des Strafgesetzbuches, der Homosexualität unter Strafe stellte. Magnus Hirschfeld war ein Vorreiter der sexualreformerischen Bewegung der 1910er- und 1920er-Jahre und spricht sich im Film für Akzeptanz und Toleranz gegenüber Homosexuellen aus. Hirschfelds Ausführungen werden umrankt von einer Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die durch Erpressung und strafrechtliche Ahndung ein tragisches Ende nimmt.
Der Film löste ein geteiltes Echo aus – viele waren von dem gezeigten Schicksal tief bewegt, andere lehnten den Film rundweg ab, riefen zum Boykott auf und versuchten, Vorführungen zu stören. In vielen Städten, darunter auch in Karlsruhe, wurde der Film verboten. 1920 fiel er schließlich der Zensur des Reichslichtspielgesetzes zum Opfer, die Vorführung wurde untersagt, die Kopien vernichtet.
Aus zufällig erhaltenen Fragmenten und dem ebenfalls zensierten aber erhaltenen Dokumentarfilm „Gesetze der Liebe“ von 1927 konnte „Anders als die Andern“ aber weitgehend rekonstruiert werden.
An den Schlosskino-Tagen bleibt die Erinnerungsstätte durchgehend geöffnet, sodass Interessenten die Sonderausstellung „Köpfe der Demokratie. Starke Stimmen für ein Leben in Freiheit“ bis zum Filmbeginn besichtigen können.
Der Eintritt ist frei!
Anmeldung gerne unter erinnerung@bundesarchiv.de oder telefonisch unter 030 18 665-1133.
Datum: Mittwoch, 08. Juli 2026, 18:00 Uhr
Ort: Filmsaal der Erinnerungsstätte im Residenzschloss Rastatt (EG, barrierefrei), Herrenstraße 18 (Schloss), 76437 Rastatt
Revolutionsmuseum Rastatt
Bundesarchiv - Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte
Herrenstraße 18 (Schloss)
76437 Rastatt
www.bundesarchiv.de/revolutionsmuseum

